WorldSkills Berufe-WM in Abu Dhabi startet

LPI im Gespräch mit den DM-Teilnehmern Steffen Weißmann und Thorsten Reichelt

Steffen Weißmann und Thorsten Reichelt (v.l.) bei der DM im Februar in Stuttgart. Foto: nh

Am Sonntag startet die Berufe-Weltmeisterschaft WorldSkills in Abu Dhabi. Kai Redmann wird Deutschland als „Meister der Netzwerke“ im Skill 39, IT Netzwerk System Administration, vertreten. Bei den Vorbereitungen unterstützt wurde er vom Linux Professional Institute (LPI) Central Europe sowie dessen Partnern Linuxhotel, Rheinwerk Verlag und Computec und natürlich von seinen Mitstreitern, den Zweit- und Drittplatzierten der Deutschen Meisterschaften in Stuttgart, Steffen Weißmann und Thorsten Reichelt. Wir sprachen mit ihnen über den Wettbewerb und Open Source, wie sie Kai Redmann zur Seite stehen und wie sie sich auf die Europameisterschaften 2018 in Budapest vorbereiten.

LPI: Für Kai Redmann wird es in Kürze ernst in Abu Dhabi. Wie habt Ihr ihm bei der Vorbereitung helfen können?

Thorsten Reichelt: Insbesondere wenn Kai Aufgaben und Lösungen zeitlich nur schwer umsetzen konnte, haben wir ihn unterstützt.

Steffen Weißmann: Bei seinem Besuch in der MMBBS hier in Hannover haben wir ihn auch getroffen und sind Teile seiner Aufgaben mit ihm durchgegangen. Und auch sonst stehen wir mit ihm und anderen Teilnehmern der Bundesmeisterschaft regelmäßig über WhatsApp in Kontakt.

LPI: Welche Disziplinen im Skill 39 liegen Euch am meisten?

Thorsten: Mir am meisten Netzwerk; die beiden Bereiche Open Source/Linux und Microsoft liegen gleich auf, wobei ich mich mittlerweile mehr mit Linux beschäftige.

Steffen: Seit knapp einem Jahr werde ich zusätzlich zu meiner eigentlichen Tätigkeit im Bereich der Servertechnologien auch im Netzwerkumfeld eingesetzt. Das bereitet mir sehr viel Spaß und ich kann außerdem mein Wissen aus den CCNA-Kursen (Cisco Certified Network Associate) der Berufsschule anwenden und immer weiter ausbauen. Daher liegt mir dieses Thema auch am meisten.

LPI: Ihr beiden vertretet nächstes Jahr Deutschland bei den Europameisterschaften in Budapest. Wie bereitet Ihr Euch darauf vor?

Steffen: Die Vorbereitungen beginnen schon bald in unserer ehemaligen Berufsschule. Während der Ausbildung haben Thorsten und ich freiwillig nach der Arbeit an Vorbereitungskursen auf den CCNA Routing and Switching teilgenommen. Nach der Teilnahme an dem Wettbewerb in Stuttgart hat IT-Nationaltrainerin Almut Leykauff-Bothe uns angeboten, einen ähnlichen Kurs zu absolvieren, der sich speziell auf den Security Part im Netzwerk bezieht.

Zum „Training“ hat uns unser Arbeitgeber auch eine eigene Virtualisierungsumgebung bereitgestellt, die wir für alle Open-Source- und Microsoft-Aufgaben verwenden können. Auf die Umgebung können wir beide rund um die Uhr zugreifen. Damit sollten wir auf keine Leistungsgrenzen unseres privaten Computers stoßen.

Thorsten: Und wir haben uns die Aufgaben von Kai für Abu Dhabi angeschaut und in einer Demoumgebung getestet bzw. nachgestellt. Zusätzlich schaue ich mir viele Konfigurationen von Programmen und Features sowohl für Windows als auch für Linux an.

LPI: Wer von Euch kennt sich besser mit Linux aus?

Thorsten: Da ich mich seit den WorldSkills in Stuttgart und als Vorbereitung für Budapest intensiver damit beschäftige, tippe ich auf mich.

LPI: Was ist Eure Meinung zu freier Software?

Thorsten: Open-Source Software ist super und wird in Zukunft immer bedeutsamer und größer. Außerdem bietet Sie einem meist viel mehr Möglichkeiten und man hat die Chance, selbst mitzuwirken.

Steffen: Gerade in Bezug auf die IT Sicherheit finde ich den Ansatz freier Software/Methoden interessanter als die „security by obscurity“.

LPI: Sollte freie Software bei den WorldSkills weiter an Bedeutung gewinnen?


Thorsten: Von mir aus kann freie Software gerne eine größere Rolle bei den WorldSkills spielen, da viele neue Technologien darauf aufbauen bzw. dieses Prinzip nutzen.

LPI: Was könnt Ihr außer Daumendrücken tun, damit Kai in Abu Dhabi gut abschneidet?

Steffen: Neben dem Daumendrücken werde ich Kai auch für spontane Fragen immer zur Verfügung stehen und hoffe ein gutes Abschneiden.

Thorsten: Kai kann sich auch während Abu Dhabi gerne bei technischen Fragen, Problemen oder Schwierigkeiten an uns wenden. Und wir hoffen natürlich auch auf ein Feedback von ihm, wie die einzelnen Tage und Disziplinen so laufen.

LPI: Wie werdet Ihr die WorldSkills in Abu Dhabi verfolgen?

Thorsten: Vor Ort sind wir nicht, wir hoffen aber auf Infos und Feedback von Almut Leykauff-Bothe, Kai und den WorldSkills.