Was ist eigentlich DevOps? Oder: Wozu eine DevOps-Zertifizierung?

Von: G. Matthew Rice

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Devops.svg, Rajiv.Pant, derivative work: Wylve
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Devops.svg

Das Linux Professional Institute (LPI) hat vor kurzem die Lernziele für die neue Zertifizierung zum LPIC-OT DevOps Tools Engineer bekanntgegeben. Diese testet Fähigkeiten und Kenntnisse über die gängigsten Open-Source-Tools, die von Unternehmen beim Aufbau einer DevOps-Umgebung verwendet werden.

Eine kurze Einführung ins Thema DevOps bietet die Beschreibung im entsprechenden Wikipedia-Artikel:
"[Ein] Prozessverbesserungs-Ansatz aus den Bereichen der Softwareentwicklung und Systemadministration. DevOps ist ein Kunstwort aus den Begriffen Development (englisch für Entwicklung) und IT Operations (englisch für IT-Betrieb). DevOps soll durch gemeinsame Anreize, Prozesse und Werkzeuge (englisch: Tools) eine effektivere und effizientere Zusammenarbeit der Bereiche Dev, Ops und Qualitätssicherung (QS) ermöglichen."

Hinter dieser einfachen Erklärung verbirgt sich jedoch eine hohe Komplexität, sowohl was die Methoden der Zusammenarbeit angeht als auch in Bezug auf die Technologie-Plattformen, welche für die Umsetzung der angestrebten organisatorischen Veränderungen benötigt werden.

Während der Recherche zu gefragten und geeigneten Inhalten einer DevOps-Zertifizierung stellte das LPI schnell fest, dass viele Zertifizierungsorganisationen zwar den Aspekt der Zusammenarbeit in DevOps abdecken, wie zum Beispiel das Project Management Institute mit dem PMI-ACP Nachweis, aber nur wenige eine ergänzende Zertifizierung anbieten, um die dafür ebenfalls benötigten technischen Kenntnisse nachzuweisen.

In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den meisten, wenn nicht sogar allen populären DevOps-Tools um Open Source handelt, ist es ein logischer Schritt, dass die von uns entwickelte Zertifizierung die Fähigkeiten im effizienten Umgang mit diesen Technologien nachweisen soll.

Das folgende Bild veranschaulicht den zyklischen Charakter von DevOps, wo neuer Code in der Produktion angewandt wird und anschließend mittels Feedback zukünftige Verbesserungen und die Entwicklung weiterer Features angeregt werden.

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/05/Devops-toolchain.svg
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/05/Devops-toolchain.svg

Die grundlegenden Bausteine einer DevOps-Toolchain werden detailliert von der neuen DevOps-Tools-Zertifizierung des LPI abgedeckt - abgesehen von zwei Ausnahmen: den mit Programmiersprachen verbundenen Technologien und dem Themenbereich der individuellen Konfiguration von Diensten.

Diese beiden Themengebiete erfordern eine gesonderte Betrachtung und möglicherweise eigene Zertifizierungen. Allerdings ist auch anzumerken, dass das LPI bereits Konfiguration und Management der gängigen Netzwerkdienste mit unserer LPIC-2-Zertifizierung abdeckt.

Mehr dazu finden Sie hier. Es gibt außerdem viele weitere Dienste, darunter individuell entwickelte, die über den Umfang der neuen Zertifizierung hinausgehen. Was genau allerdings in einem Zertifizierungsprogramm zu Programmiersprachen enthalten sein sollte, bleibt ein umstrittenes Thema.

Abgesehen davon, wenn Sie uns helfen möchten, die Inhalte unserer zukünftigen Zertifizierungen zu bestimmen, können Sie sich hier für unsere Mailing-Liste anmelden. Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung freuen.

Die Erstellung einer DevOps-Zertifizierung war auch innerhalb unserer Prüfungsentwicklungs-Teams ein kontroverses Thema, unter anderem da wir bei LPI grundsätzlich eher bereits eingesetzte Technologien behandeln.

Bei genauerer Betrachtung durch alle Beteiligten stellte sich heraus, dass Best Practices und die Verwendung zuverlässiger Open-Source-Tools in DevOps immer allgegenwärtiger werden. Die Zertifizierung dieser Fähigkeiten wurde ein wichtiger nächster Schritt für LPI und unsere Community.

Die Dominanz von Open Source DevOps-Tools zeigt außerdem, dass Open-Source-Software weiterhin zu Innovationen führt und diese ermöglicht. Als IT-Profis mit einer Vorliebe für Open Source gibt uns dies einen Grund, uns auf weitere Gelegenheiten zur Mitarbeit an interessanten Projekten zu freuen.

Das bedeutet auch, dass man verstärkt die Möglichkeit bekommt, die Tools besser zu unterstützen, die man selbst entwickelt hat. Als Inhaber einer LPI-Zertifizierung werde ich mich, sobald es geht, selbst zertifizieren lassen.

Möchten Sie mehr über die Entwicklung unserer DevOps-Zertifizierung erfahren? Besuchen Sie http://www.lpi.org/devops oder kontaktieren Sie ein Mitglied des LPI-Teams.

Über G. Matthew Rice:

G. Matthew Rice ist der Executive Director des LPI. Verbinden Sie sich mit ihm auf Linkedin oder schreiben Sie ihm eine E-Mail (mrice at lpi.org).